Die
geometrische
Stadtanlage
mit quadratischem Grundriss zu je 300 m Seitenlänge entspricht dem
wenig größeren Kelheimer Vorbild; bis spätestens 1363 konnte die
Ringmauer geschlossen werden. Die Stadt wird durch die breite, in
Nord-Südrichtung verlaufende Durchgangsstraße etwa hälftig geteilt;
die Mitte dieser Achse kreuzt ein
platzartiger Straßenzug, der
prominente Ort für die
Pfarrkirche im Westen und das
Rathaus im Osten, wobei dem
Kirchturm auch die Funktion des Stadtturmes zukommt. Die Kirche war
ursprünglich Filiale der Pfarrei Gögging, 1653 wurde der Pfarrsitz nach
Neustadt verlegt. – Das stattliche zweigeschossige Rathaus entstand am
Ende des 15. Jh., die Hauptstraßen sind seit dem 17./18. Jh. von
zweigeschossigen giebelständigen, im 19. Jh. zumeist erweiterten
Häusern bebaut. Nicht wenige Teile der Stadtbefestigung wurden im
ausgehenden 19. Jh. geschleift, insbesondere auch die Tore; an der
Ost- und Westseite der Altstadt sind Türme, Stadtmauern und
Wallanlagen noch weitgehend erhalten. – Am Ende des 2. Weltkrieges
erlitt die Stadt schwere Zerstörungen, der Wiederaufbau erfolgte
unter Berücksichtigung der historischen Strukturen. Die Stadt
verlor in der Nachkriegszeit ihren agrarischen
Charakter und wandelte sich zum Industriestandort.
Der Schnittpunkt
der beiden großen Straßenachsen ist seit
den Gründungs- zeiten der Stadt der Ort für das bürgerliche
und kirchliche Zentrum, für Rathaus und Pfarrkirche. Hier wurde im
ausgehenden 13. Jh. eine
erste Kirche erbaut, an
gleicher Stelle errichtete man
im ausgehenden 15. Jh. die mächtige LaurentiusKirche
als spätgotische Hallenkirche,
deren Architektur bis zu den
Zerstörungen von 1945 mit ihrem Chorturm über quadratischem
Grundriss vollständig erhalten geblieben
war. Ein Netz gewölbe
überspannte in gleicher Höhe
Chor und Langhaus zu
sieben Jochen, die Seitenschiffe
schlossen im Osten mit Schrägen. Die Innenausstattung der
Kirche war jedoch durch die Jahrhunderte, bedingt durch die
wechselnden liturgischen Anforderungen ebenso wie auch den
jeweiligen Zeitgeschmack, verrändert worden. Bis 1945
waren Teile
der spätgotischen Ausstattung
überkommen, so der Taufstein,
einige Figuren, Flügel eines
Schreinaltärchens und nicht zuletzt zahlreiche Epitaphien,
deren ältestes von 1483 datiert. Altarfügel, einige
Figuren sowie ein Teil der Epitaphien/
Gedenksteine haben sich erhalten. Einen spätgotischen Kruzifxus
veräußerte man nach 1920 nach Ingolstadt, St. Moritz.
Selbst
während des 30-jährigen Krieges wurde die Kirche weiter
ausgestattet: um 1640 entstand die reiche Monstranz mit
Ingolstädter Beschauzeichen. Nach dem Krieg konnten 1673 und 1683
Glocken neu angeschafft werden. Im
bau-und ausstattungsfreudigen
Barock- zeitalter wurden schrittweise umfassende
Änderungen
am Äußeren und im Inneren der Kirche vorgenommen: 1723
erhielt der Turm ein neues Obergeschoß, ausgeführt vom örtlichen
Maurermeister Lorenz Zeller, 1741 wurden neue Kirchenstühle
angeschafft. 1743 folgte die Errichtung neuer Seitenaltäre, beauftragt
waren Neustädter Handwerker, der Schreiner Balthasar Schnidtmann sowie
der Fassmaler Christian Fröhlich. 1773 erhielt der Turm eine
neue barocke Kuppel. Den Abschluss der Umgestaltung im Inneren bildete
die Anschaffung des neuen Hauptaltares, dessen Altarblatt von 1779
das ‚Martyrium des hl. Laurentius’ von Christian Fröhlich,
Kopie nach Joachim von Sandrart d. Ä., zeigte. Zu diesem
Zeitpunkt gab es in der Pfarrkirche fünf Altäre: Den Hoch-und
Fronaltar St. Laurentius auf den Chorantritts-Stufen, auf der Südseite
den Marienaltar an der Chorschulter sowie den
Katharinen-Altar in der Mitte; auf der Nordseite an der
Chorschulter den Josephs-Altar und mittig den
Sebastians-Altar. Der um das Kirchengebäude gelegene Friedhof
wurde 1802 an die Nikolaus-Kapelle
verlegt, 1817 war jedoch noch ein
Karner auf der Südseite der Kirche
vorhanden. In der Mitte des 19. Jh. sah
man jedoch die barocke Innenausstattung mit Unbehagen, so entstand
unter Pfarrer Joh. Nep. Poitsch 1854–1867 die neugotische,
„dem Baustyle der Pfarrkirche nicht unangemessene“
Ausstattung mit drei Altären, dem Hochaltar nun im Chorraum,
zwei Seitenaltären von P. Ildephons Lechner OSB Metten, einer
Kanzel von Prof. Horchler, Regensburg,
und einem neuen Kreuzweg. 1899/1900
kam es zur nächsten
Innenrenovierung unter der
Leitung von Maler Scholz,
entsprechend der Raumfassung von Hl. Geist in
Landshut. Eine neue Orgel wurde 1902 gestiftet. Die nächste
Gesamt-Renovierung leitete Bildhauer
Hans Loibl, Regensburg 1929;
dabei wurden im Inneren ältere Wand- und
Deckengemälde entdeckt, deren Konservierung jedoch aus
Mittelknappheit unterbleiben musste. Am Ende des 2. Weltkrieges, im April 1945, wurden Kirchturm und Kirchenausstattung durch Artilleriebeschuss und Tieffieger beschädigt; im Oktober 1945 kam es zum Einsturz des Turmes und in der Folge zur Zerstörung des Chorgewölbes sowie zur teilweisen Vernichtung von Dachstuhl und weiterer Ausstattung. Die
Aufbauarbeiten unter der Leitung von
Regierungsbaumeister Franz Günthner,
Regensburg, gestalteten sich
wegen Mangel an Baumaterialien und
fnanziellen Mitteln außerordentlich schwierig. Dabei
wurde das Langhaus im zerstörten östlichen Bereich
um ein Joch verlängert und die Abschlusswände der
Seitenschiffe verändert. Der Grundstein
zum Teil-Wiederaufbau unter
Pfr. Josef Fichtl nennt
das Jahr 1947[8?],
Grundsteinlegung 18. Juli 1948. Unter Verzicht auf eine
Rekonstruktion erfuhr der somit weiter östlich verlagerte
Chorturm eine Neugestaltung, in der
Entstehungszeit als Friedenslicht
in Form einer brennenden Kerze
verstanden. Die Kirchweihe vollzog Erzbischof Dr. Michael
Buchberger im Jahr 1951. Der neue Kreuzweg, Glas- und Brettmalerei von Robert Rabolt
konnte 1956 geweiht werden. Die nun abgeschlossenen Erneuerungsarbeiten unter Regionaldekan und Stadtpfarrer Msgr. Johannes Hofmann waren am Äußeren ab 1997 dem Ing. Büro H. Siegmüller, Regensburg, übertragen. Bedingt durch die Hochwasserkatastrophe vom Jahr 1999 kam es zu einer Unterbrechung der Bauarbeiten. Ab 2002/03 war für die Innenerneuerung Dipl. Ing.-Arch. FH Peter Fischer, Neustadt, verantwortlich. Die künstlerische Leitung oblag Prof. em. Franz Bernhard Weißhaar, München- Landsberg, der die Entwürfe für die Umgestaltung des Chorraumes mit Zelebrationsaltar, Ambo und Tabernakel ebenso wie für die neue Gestalt der Seitenaltäre an den Chorschultern und das Olearium fertigte. Weiter entwickelte er zusammen mit P. Fischer die Pläne für Kirchengestühl und Beichtstühle, mit Orgelbauanstalt Christian Kögler, St. Florian, den Orgelprospekt. Schließlich war ihm auch die Erweiterung des Bestandes der Farbfenster übertragen. Die Weihe des neuen Altares nahm Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller am Kirchweihsonntag des Jahres 2007 vor. Außenbau Der verputzte Ziegelbau aus dem Ende des 15. Jh. überragt die Hauslandschaft der Kernstadt, sein durchlaufendes Satteldach überdeckt sowohl den Chor wie das Langhaus zu acht Jochen. Die originalen, im Spitzbogen schließenden Portale liegen in der äußersten westlichen Achse. Neu geschaffen sind die Zugänge mit Vorhallen an der Südseite in der 4. Achse sowie im Norden in der 2. Achse. Die ebenso im Spitzbogen abschließenden Fenster sind durch je zwei senkrechte, durchgehende Rippen gegliedert. Haustein wird sparsam in einzelnen Gewänden verwendet. Über dem eingezogenen Chor erhebt sich der hohe Chorturm zu fünf Geschoßen aus Marchinger Drosselfels (Kalkstein), mit hohen Schallöffnungen des Glockengeschoßes in Dreierreihung; darüber das durch Giebel überfangene Uhrengeschoß mit gestäbter Flächengliederung in Anlehnung an die Rathausfassade. Den Abschluss bildet ein schmales, hohes Türmchen mit pyramidaler Dachung über achteckigem Grundriss; Sakristeibau über zwei Geschoße an der Nordseite des Chores, Neubauten von 1948/51, Architekt Franz Günthner, Regensburg. – Epitaphien s. u. |
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